Wer uns bis hierher gefolgt ist wird merken, dass unsere Berichte alles andere als objektiv sind. War ja auch nie der Anspruch, sind ja Erfahrungen.. Allerdings würd ich mich freuen, wenn der Vietnam-Part insgesamt positiver gewesen & zu lesen wäre, war ja immerhin auch als Highlight der Reise gedacht.

Das Dach von Indochina

OK, da hilft dann nur, Erwartungshaltungen zu analysieren, was wollten wir, was kannten wir? Was war? Wenn wir ehrlich sind kannten wir einen Haufen wahnsinnig schöne Bilder von Sapa, Halong-Bucht, Hoi An,..

Und natürlich das großartige Essen. Ich bin zB ein Riesen-Fan von Bun Bo Nam Bo (Rindfleisch/Salat/Reisnudeln/Gewürze/Gemüse/Sauce) und den vietnamesischen Sommer- & Frühlingsrollen, das war sogar das Letzte was ich daheim gekocht hab, halbe Stunde bevor das Taxi zum Flieger kam.. Ansonsten kann man die zB aber auch super in München bei Nhung Vietnam im Färbergraben essen.

Den Rest haben wir uns naiverweise so vorgestellt, wie wir kleine Teile Asiens meinen zu kennen, vorrangig Thailand..

Hanoi zur Mittagszeit – ruhig

Dann waren wir in Laos, toll, chillig, liebenswert und dann kam halt BÄMM -VIETNAM!!

Laut, aggressiv, hat schon scheiße angefangen mit der Horrorfahrt in Hanoi vom Flughafen zum Franzosenviertel (spät abends, dunkel) wo unser Taxifahrer gefühlt 15 Mopedfahrer lebensbedrohlich abgedrängt hat, volles Programm mit anbrüllen, …

Die erste AirBnB-Unterkunft war auch eine Katastrophe weil die Lady einfach nicht greifbar war und dann per Mail noch tagelang unverschämt wurde.. Essen waren Kekse und Bier weil alles zu hatte.. Punktlandung

Tagsüber kannst Du alles kaufen

Aber natürlich gab es auch wahnsinnig viele schöne Momente, auch mit Menschen, nicht nur in der Natur.. Angefangen bei Chuck und seinen Jungs auf dem Hausboot „we don’t have much money but we have lots of hospitality!“ Wie recht er hat, diese Erfahrung werden wir sicher nie vergessen, nicht nur wegen des leuchtenden Planktons..

Allein die Freude des Hotelbesitzers in Dalat der uns für die 2. Nacht das Zimmer mit Balkon anbieten konnte oder der ehrliche Schrauber von dem die Liesl kommt, die Frau in der Suppenküche in Sapa morgens um 6:30 die sich über die Falangs freut die immer noch mehr Chilis ordern, die Hmong-Frau mit dem unaussprechlichen Namen und den blauen Händen (vom indigo-batiken) und ihre Freundin Lisa, bei denen wir nichmal was gekauft haben weil unsere Rucksäcke schon soo voll waren… Die Dame im Nam Long Hotel in Dong Hoi die 10 Stunden gekocht hat um die Gäste zum chinesischen Neujahr zu Speis & Trank einzuladen weil sie interessiert ist an Menschen und deren Geschichte hören möchte wenn sie selbst schon nicht auf Reisen geht…

So könnte ich noch ganz viele Beispiele erzählen.. Am Ende war uns eigentlich nach 2 Wochen klar, dass uns Vietnam trotz vieler toller Begegnungen zu anstrengend ist und wir wohl nicht wieder kommen. Kein 2. Thailand, keine laotische Spontan-Liebe..

Immer voll…

Anstrengend, laut, dreckig… Tolle Natur, viele liebenswerte Menschen (auch wenn man in Nachtbussen wie Vieh behandelt wird, die anderen netten Menschen mein ich!)

Deshalb sind dann doch 4 Wochen daraus geworden. Klingt verrückt, aber es gibt halt einfach echt einen Haufen tolle Sachen zu sehen und wenn man nicht nochmal kommen will..

Ich hätte gerne noch die Tunnel in der demilitarisierten Zone besichtigt, aber als die auf dem Weg lagen war geschlossen wegen Tet. Und gut, im Delta und in Saigon waren wir halt auch nicht, Saigon war Absicht weil uns Hanoi schon so den letzten Nerv geraubt hat, Delta hat die Zeit/Route nicht gepasst und dann kam LIESL…

Unsre Liesl

Toll find ich als Frau zB auch, dass da in Vietnam alles ziemlich gleichberechtigt erscheint (war ja keine soziologische Studie, aber vom Beobachten…) da arbeiten halt Männer und Frauen, auf Baustellen genauso wie auf Banken oder im Zug… Bei uns ist man ja im handwerklichen Bereich als Frau schon eher eine Minderheit, das ist da zB gar nicht so..

So möge uns dieser Eintrag wenn es mal wieder um ein Reiseziel geht daran erinnern, dass da in Vietnam nicht unbedingt nur Schönes dabei war und ich mich zB häufiger gefragt hab ob viele Vietnamesen Touris vielleicht einfach nicht leiden können…

Wir bleiben dankbar, dass wir immer mal wieder die Möglichkeit haben, Einblicke in fremde Länder zu bekommen und offen und neugierig für alles was uns noch so begegnen wird auf unseren Reisen…

/vanessa

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